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KI-Agenten erstellen mit n8n
Einen KI-Agenten erstellen Sie in fünf Schritten: eine wiederkehrende Aufgabe wählen, Regeln und Grenzen festlegen, ein Werkzeug wie n8n, Copilot Studio oder Langdock aussuchen, den Agenten an Ihre Programme anbinden und mit echten Daten testen. Programmieren müssen Sie dafür nicht. Die eigentliche Arbeit steckt in der Anbindung und in den Sonderfällen.
Kurz gesagt: Fangen Sie mit genau einer Aufgabe an, die oft vorkommt und klaren Regeln folgt. Lassen Sie den Agenten zuerst nur Vorschläge machen und geben Sie seine Ergebnisse von Hand frei, bis Sie ihm vertrauen.
Was brauchen Sie, um einen KI-Agenten zu erstellen?
Drei Dinge: eine klar umrissene Aufgabe, Zugang zu den Programmen, in denen diese Aufgabe heute erledigt wird, und ein Werkzeug, das Sprachmodell und Programme verbindet. Was ein KI-Agent grundsätzlich ist und wie er sich von ChatGPT unterscheidet, erklären wir im Artikel Was sind KI-Agenten?.
Ein Programmierstudium brauchen Sie nicht. Die gängigen Werkzeuge arbeiten mit Bausteinen, die Sie zusammenklicken. Hilfreich ist ein technisches Grundverständnis: Was ist eine Schnittstelle, wo liegen meine Daten, wer darf was?
Erster Schritt: die richtige Aufgabe wählen
Der häufigste Fehler ist ein Agent, der zu viel auf einmal können soll. Gute erste Aufgaben haben drei Eigenschaften: Sie kommen jeden Tag vor, sie folgen erkennbaren Regeln, und ein Fehler ist nicht teuer.
- Eingehende E-Mails vorsortieren und Antworten vorbereiten
- Belege erfassen und für die Buchhaltung vorkontieren
- Anfragen aus dem Kontaktformular einordnen und an die richtige Person weitergeben
- Fristen überwachen und rechtzeitig erinnern
Weniger geeignet für den Anfang sind Aufgaben, die viel Urteilsvermögen brauchen oder direkt mit Kunden sprechen, ohne dass jemand drüberschaut.
Zweiter Schritt: Regeln und Grenzen festlegen
Schreiben Sie auf, was der Agent tun soll, als würden Sie einen neuen Kollegen einarbeiten. Welche Fälle gibt es? Was ist in jedem Fall zu tun? Wann soll er nachfragen statt zu raten?
Mindestens genauso wichtig ist, was er nicht darf. Legen Sie fest, auf welche Daten er zugreift und welche Aktionen eine Freigabe brauchen. Bei unseren Agenten laufen kritische Schritte wie Kundenmails, Rechnungen oder Buchungen grundsätzlich erst nach Freigabe. Diese Beschreibung wird später zur Anweisung, nach der das Sprachmodell arbeitet.
Dritter Schritt: das passende Werkzeug aussuchen
Für Unternehmen kommen vor allem drei Wege in Frage:
- n8n: ein Automatisierungswerkzeug mit eigenem Baustein für KI-Agenten. Es lässt sich an sehr viele Programme anbinden und auf eigenen Servern betreiben. Das ist unser Standard für Automatisierungen.
- Microsoft Copilot Studio: naheliegend, wenn Ihr Unternehmen ohnehin mit Outlook, Teams und SharePoint arbeitet. Agenten entstehen dort per Beschreibung in natürlicher Sprache.
- Langdock: eine in der EU gehostete KI-Plattform, auf der sich Assistenten und Agenten mit Zugriff auf eigene Daten einrichten lassen.
Eigene GPTs in ChatGPT sind ein guter Einstieg zum Ausprobieren. Sie bleiben aber ein Chatfenster: Sie arbeiten erst, wenn jemand sie anschreibt, und kommen nur begrenzt an Ihre Programme heran.
Vierter Schritt: den Agenten an Ihre Programme anbinden
Erst durch die Anbindung wird aus einem Sprachmodell ein Agent. In n8n sieht ein einfacher E-Mail-Agent zum Beispiel so aus: Ein Auslöser reagiert auf jede neue Mail im Postfach. Der KI-Baustein liest die Nachricht, ordnet sie nach Ihren Regeln ein und entwirft eine Antwort. Ein weiterer Baustein versieht die Mail mit dem passenden Label und legt den Entwurf ab, ohne ihn zu senden.
So arbeitet zum Beispiel unser eigener E-Mail-Agent: Er sortiert jede eingehende Nachricht vor, bevor ein Mensch das Postfach durchgeht. Je nach Aufgabe kommen weitere Anbindungen dazu, etwa an Gmail oder Outlook, DATEV oder Lexoffice, Kalender oder WhatsApp.
Fünfter Schritt: mit echten Daten testen
Testen Sie mit echten Fällen aus den letzten Wochen, nicht mit ausgedachten Beispielen. Gerade die ungewöhnlichen Fälle zeigen, wo die Regeln noch Lücken haben. Lassen Sie den Agenten in dieser Phase nur Vorschläge machen und vergleichen Sie sie mit dem, was ein Mensch getan hätte.
Erst wenn die Vorschläge zuverlässig passen, geben Sie ihm mehr Freiheit. Für alles, was nach außen geht, bleibt die Freigabe sinnvoll.
Worauf Sie beim Datenschutz achten sollten
Ein Agent verarbeitet oft personenbezogene Daten: Namen, Adressen, Inhalte von E-Mails. Prüfen Sie deshalb, wo das Werkzeug und das Sprachmodell betrieben werden. Viele Dienste laufen über Server in den USA.
Wir betreiben Agenten deshalb über Langdock in der EU oder über selbst betriebene Modelle. Kundendaten verlassen so die EU nicht. Auch n8n lässt sich auf eigenen Servern in der EU betreiben.
Häufige Fragen zum Erstellen von KI-Agenten
Kann ich einen KI-Agenten kostenlos erstellen?
Zum Ausprobieren ja: n8n lässt sich selbst betreiben, und viele Plattformen bieten einen Testzugang. Im laufenden Betrieb kosten vor allem die Nutzung des Sprachmodells und der Server, dazu die Zeit für Pflege und Anpassungen.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für einen einfachen Agenten nicht. Sobald mehrere Programme angebunden werden oder Sonderfälle dazukommen, hilft technisches Verständnis sehr, etwa zu Schnittstellen und Zugriffsrechten.
Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Agenten in n8n und einem GPT in ChatGPT?
Ein GPT wartet im Chatfenster auf Ihre Frage. Ein Agent in n8n wird von selbst aktiv, sobald etwas passiert, zum Beispiel eine neue Mail eingeht, und kann direkt in Ihren Programmen handeln.
Selbst bauen oder bauen lassen?
Selbst bauen lohnt sich, wenn Sie Zeit und Freude an der Technik haben und die Aufgabe überschaubar ist. Bauen lassen lohnt sich, wenn der Agent an mehrere Systeme angebunden werden muss, zuverlässig laufen soll und jemand ihn dauerhaft betreuen muss.
Ihren ersten KI-Agenten einrichten lassen
Wenn Sie lieber gleich einen Agenten hätten, der läuft: Wir richten KI-Agenten als digitale Mitarbeiter ein, angebunden an Ihre Programme und von uns betreut. Die Einrichtung dauert je nach Lösung 2 bis 4 Wochen. In der kostenlosen KI-Analyse klären wir in ca. 30 Minuten, welche Aufgabe sich bei Ihnen als Erstes für einen Agenten eignet. Läuft die Arbeit über viele Programme hinweg, ist manchmal eine Prozessautomatisierung der bessere Start.